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Geschichten von Herrn Nicholas

von Herr Nicholas 09 Jan, 2018

Ach ja, 2018. Das „neue“ Jahr ist nun bereits neun Tage alt, dennoch fühlt sich für mich alles weiterhin extrem frisch und anders an. Das liegt wahrscheinlich daran, dass ich mich im vorletzten Monat des vergangenen Jahres endlich dazu entschlossen habe, freiberuflich zu arbeiten. Und da auch mal ab und an etwas in meinem Blog hier passieren soll, möchte ich nun gerne mit euch teilen, was mich dazu gebracht hat, diesen Weg zu gehen.

Die letzten drei Jahre meines Berufslebens waren doch recht wild. Für manch einen vielleicht etwas zu aufregend. Ich war bereits 2015 kurz Freiberufler (vier Monate), allerdings erhielt ich dann ein sehr gutes Jobangebot, das ich einfach nicht ausschlagen konnte. So hatte ich dann auch zunächst den wirklich perfekt zu mir passenden Job bei Teufel und konnte mich dort um den Markenaufbau für Raumfeld kümmern. Es ging um Musik, ich lernte zahlreiche neue Menschen aus den unterschiedlichsten (kreativen) Bereichen kennen, ich konnte reisen, planen, schaffen. Leider gab es dann aber gegen Ende meiner Zeit dort doch einige Dinge, die mir den Job und meine Hingabe dazu nahmen. Also entschied ich mich (auch aus persönlichen Gründen) dazu, Berlin zu verlassen, um einen Abstecher in die PR zu wagen. Kein absolutes Neuland für mich, da ich mit dieser Seite schon vorher durch meine Jobs bei GIGA und AndroidPIT viele Kontaktpunkte hatte. Letzten Endes war dies aber doch ein Bereich, in dem ich selbst noch nicht wirklich tätig war. Der Gedanke kursierte bereits seit Längerem in meinem Kopf und so fühlte es sich wie eine Fügung an, als ich ein Jobangebot bekam, das mir nicht nur den Umzug aus Berlin zurück in meine Heimat Darmstadt ermöglichte, sondern durch das ich auch für eine mir bereits sehr gut bekannte PR Agentur (Faktor 3) für einen mir bereits sehr gut bekannten Kunden (Samsung) arbeiten konnte. 

Leider blieb es dann aber auch nur bei einem "Abstecher", da ich aus diversen Gründen (privater und auch professioneller Natur) sehr schnell feststellen musste, dass mir dieses Konstrukt leider doch nicht sonderlich gut gefiel. Aber zumindest hatte ich es ausprobiert und konnte nun reinen Gewissens weiterziehen. Mit „weiterziehen“ meine ich, nach nur vier Monaten zurück nach Berlin zu ziehen. Nochmal ein gesamter Umzug. Aber ok. Denn dank meines doch recht großen Netzwerks an spannenden, guten und interessanten Menschen wurde mir innerhalb kürzester Zeit ein neuer vielversprechender Job in der Hauptstadt angeboten, den ich nicht ausschlagen wollte. „Head of Content Marketing“ bei tink. Das klang groß und nach genau dem nächsten Teil, den ich für mich suchte. Personalverantwortung. Aufbau. Startup. Also nichts wie zurück nach Berlin. 

Tja, und neun Monate später ist auch das wieder vorbei, zumindest in der Konstellation „Festanstellung“ und ab sofort nur noch projektbasiert. Aber wieso? Die Antwort liegt für mich ganz klar auf der Hand: Nachdem ich in der Welt des E-Commerce quasi alle für mich relevanten Stationen abgeklappert hatte (Werbung, Redaktion, Community Management, Marketing auf Kundenseite, PR, Team-Lead, Startup, Mittelstand, Großkonzern) habe ich eines verstanden: was mir vor allem Spaß macht und mich vorantreibt, ist der Aufbau von Dingen. Ob bei der privaten Musikproduktion oder im Berufsalltag: ich liebe es, neue Dinge aufzubauen, grundlegende Strukturen und Prozesse zu schaffen und zu „kreieren“. Danach wird es für mich oft doch schnell langweilig oder ich fühle mich in der Position des Festangestellten gefangen. Schnell sitzt man so irgendwann seine Zeit ab, macht Dinge so, wie man sie eben macht oder stößt an die Grenzen seiner eigenen Entfaltungsmöglichkeit. 

Man soll „brennen“ für die Idee eines anderen, aber um „brennen“ zu können, muss ich Dinge doch so machen können, wie ich sie machen möchte und nicht so, wie es mir ein aufgezwängtes Korsett bestimmt. Und genau das erhoffe ich mir nun eben von der Freiberuflichkeit. Also, nicht das Korsett, sondern das "Brennen" für das Eigene. Natürlich gibt es hier auch Abstriche zu machen. Mehr Unsicherheit, mehr notwendige Planung, mehr Selbstdisziplin, mehr Verhandlungen. Aber generell habe ich das Gefühl, mein Leben jetzt wirklich selbst in der Hand zu haben und vorwiegend an Projekten zu arbeiten, die mich wirklich interessieren. Und das vor allem so lange, wie ich auch tatsächlich daran interessiert bin. Und wenn es dann soweit ist, dass ich stagniere oder nicht mehr vorankomme, wende ich mich einem neuen Projekt zu. Natürlich kommt mir auch hier wieder mein großes Netzwerk zu Gute (ok, genug geprahlt), sodass ich eher aufpassen muss, dass ich mich nicht mit Projekten überlade, als dass ich zu wenig Aufträge habe. Aber das ist ein tolles Gefühl. Es fühlt sich nach Wertschätzung an, nach ein wenig Unsicherheit und einer konstanten Ausweitung meiner persönlichen Komfortzone (heute sitze ich z.B. in Herne, um eine Produktschulung in einem Baumarkt zu geben), um dadurch weiter zu kommen und so das Beste aus mir herauszuholen. Ich bin gespannt, wie es weiter geht.

Der Koch Francis Mallman sagte in seiner für mich nachhaltig bewegenden Netflix-Folge der Serie „Chef’s Table“  einst: „ You don’t grow on a secure path. All of us should conquer something in life and it needs a lot of work, and it needs a lot of risk. In order to grow and to improve you have to be there a bit at the edge of uncertainty. ” Ich glaube, genau das ist auch für mich das richtige Rezept, um im (Berufs-)-Alltag dauerhaft glücklich sein zu können. Vielleicht gehe ich das auch etwas zu naiv an, aber ich habe das Gefühl, endlich auf dem wirklich richtigen Weg zu sein.


Geschichten von Herrn Nicholas

von Herr Nicholas 09 Jan, 2018

Ach ja, 2018. Das „neue“ Jahr ist nun bereits neun Tage alt, dennoch fühlt sich für mich alles weiterhin extrem frisch und anders an. Das liegt wahrscheinlich daran, dass ich mich im vorletzten Monat des vergangenen Jahres endlich dazu entschlossen habe, freiberuflich zu arbeiten. Und da auch mal ab und an etwas in meinem Blog hier passieren soll, möchte ich nun gerne mit euch teilen, was mich dazu gebracht hat, diesen Weg zu gehen.

Die letzten drei Jahre meines Berufslebens waren doch recht wild. Für manch einen vielleicht etwas zu aufregend. Ich war bereits 2015 kurz Freiberufler (vier Monate), allerdings erhielt ich dann ein sehr gutes Jobangebot, das ich einfach nicht ausschlagen konnte. So hatte ich dann auch zunächst den wirklich perfekt zu mir passenden Job bei Teufel und konnte mich dort um den Markenaufbau für Raumfeld kümmern. Es ging um Musik, ich lernte zahlreiche neue Menschen aus den unterschiedlichsten (kreativen) Bereichen kennen, ich konnte reisen, planen, schaffen. Leider gab es dann aber gegen Ende meiner Zeit dort doch einige Dinge, die mir den Job und meine Hingabe dazu nahmen. Also entschied ich mich (auch aus persönlichen Gründen) dazu, Berlin zu verlassen, um einen Abstecher in die PR zu wagen. Kein absolutes Neuland für mich, da ich mit dieser Seite schon vorher durch meine Jobs bei GIGA und AndroidPIT viele Kontaktpunkte hatte. Letzten Endes war dies aber doch ein Bereich, in dem ich selbst noch nicht wirklich tätig war. Der Gedanke kursierte bereits seit Längerem in meinem Kopf und so fühlte es sich wie eine Fügung an, als ich ein Jobangebot bekam, das mir nicht nur den Umzug aus Berlin zurück in meine Heimat Darmstadt ermöglichte, sondern durch das ich auch für eine mir bereits sehr gut bekannte PR Agentur (Faktor 3) für einen mir bereits sehr gut bekannten Kunden (Samsung) arbeiten konnte. 

Leider blieb es dann aber auch nur bei einem "Abstecher", da ich aus diversen Gründen (privater und auch professioneller Natur) sehr schnell feststellen musste, dass mir dieses Konstrukt leider doch nicht sonderlich gut gefiel. Aber zumindest hatte ich es ausprobiert und konnte nun reinen Gewissens weiterziehen. Mit „weiterziehen“ meine ich, nach nur vier Monaten zurück nach Berlin zu ziehen. Nochmal ein gesamter Umzug. Aber ok. Denn dank meines doch recht großen Netzwerks an spannenden, guten und interessanten Menschen wurde mir innerhalb kürzester Zeit ein neuer vielversprechender Job in der Hauptstadt angeboten, den ich nicht ausschlagen wollte. „Head of Content Marketing“ bei tink. Das klang groß und nach genau dem nächsten Teil, den ich für mich suchte. Personalverantwortung. Aufbau. Startup. Also nichts wie zurück nach Berlin. 

Tja, und neun Monate später ist auch das wieder vorbei, zumindest in der Konstellation „Festanstellung“ und ab sofort nur noch projektbasiert. Aber wieso? Die Antwort liegt für mich ganz klar auf der Hand: Nachdem ich in der Welt des E-Commerce quasi alle für mich relevanten Stationen abgeklappert hatte (Werbung, Redaktion, Community Management, Marketing auf Kundenseite, PR, Team-Lead, Startup, Mittelstand, Großkonzern) habe ich eines verstanden: was mir vor allem Spaß macht und mich vorantreibt, ist der Aufbau von Dingen. Ob bei der privaten Musikproduktion oder im Berufsalltag: ich liebe es, neue Dinge aufzubauen, grundlegende Strukturen und Prozesse zu schaffen und zu „kreieren“. Danach wird es für mich oft doch schnell langweilig oder ich fühle mich in der Position des Festangestellten gefangen. Schnell sitzt man so irgendwann seine Zeit ab, macht Dinge so, wie man sie eben macht oder stößt an die Grenzen seiner eigenen Entfaltungsmöglichkeit. 

Man soll „brennen“ für die Idee eines anderen, aber um „brennen“ zu können, muss ich Dinge doch so machen können, wie ich sie machen möchte und nicht so, wie es mir ein aufgezwängtes Korsett bestimmt. Und genau das erhoffe ich mir nun eben von der Freiberuflichkeit. Also, nicht das Korsett, sondern das "Brennen" für das Eigene. Natürlich gibt es hier auch Abstriche zu machen. Mehr Unsicherheit, mehr notwendige Planung, mehr Selbstdisziplin, mehr Verhandlungen. Aber generell habe ich das Gefühl, mein Leben jetzt wirklich selbst in der Hand zu haben und vorwiegend an Projekten zu arbeiten, die mich wirklich interessieren. Und das vor allem so lange, wie ich auch tatsächlich daran interessiert bin. Und wenn es dann soweit ist, dass ich stagniere oder nicht mehr vorankomme, wende ich mich einem neuen Projekt zu. Natürlich kommt mir auch hier wieder mein großes Netzwerk zu Gute (ok, genug geprahlt), sodass ich eher aufpassen muss, dass ich mich nicht mit Projekten überlade, als dass ich zu wenig Aufträge habe. Aber das ist ein tolles Gefühl. Es fühlt sich nach Wertschätzung an, nach ein wenig Unsicherheit und einer konstanten Ausweitung meiner persönlichen Komfortzone (heute sitze ich z.B. in Herne, um eine Produktschulung in einem Baumarkt zu geben), um dadurch weiter zu kommen und so das Beste aus mir herauszuholen. Ich bin gespannt, wie es weiter geht.

Der Koch Francis Mallman sagte in seiner für mich nachhaltig bewegenden Netflix-Folge der Serie „Chef’s Table“  einst: „ You don’t grow on a secure path. All of us should conquer something in life and it needs a lot of work, and it needs a lot of risk. In order to grow and to improve you have to be there a bit at the edge of uncertainty. ” Ich glaube, genau das ist auch für mich das richtige Rezept, um im (Berufs-)-Alltag dauerhaft glücklich sein zu können. Vielleicht gehe ich das auch etwas zu naiv an, aber ich habe das Gefühl, endlich auf dem wirklich richtigen Weg zu sein.


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